R22 Bj. 1950  neuestes Projejkt

Da ich wegen Unfall vor 6 Jahren alle Allgaier in Panik verkauft habe, habe ich festgestellt, dass ein Leben ohne eine Verdampfer zwar möglich aber sinnnlos ist.

Daher einen gesucht, aber wegen Bandscheibenproblemen nur mit Anlasser.

 

Einen gefunden in Oyten bei Bremen und von einem sehr freundlichen Herrn dem Herrn Gerken (10Jahre älter als ich?) gekauft. Und zwar der erste in meinem Leben am Telefon ohne Besichtigung. Seine Tochter über die der Kontakt erfolgt ist, war sehr sehr freundlich und hat einen seriösen, zuverlässigen Eindruck gemacht. Und das hat sich dann auch so bestätigt. 

Dann kam der Traktor mit Spedition, gestartet, gut angsprungen,gefahren und alles prima.

 

Der hatte Papiere und Zulassung, und Tüv. Aber der hatte im Gutachten die falsche Bereifung. Vorne 5.50x15 und hinten 9.5x24.

Das hatten wir aber vor dem Kauf abgesprochen.

 

Also erste Maßnahme: Umbereifung vorne 5.50x16 und hinten 9.00x24

 

 

Dann wollte ich den R22 mit Anbaugeräten ausstatten, da mir das schon immer wichtig war.

Also Suche im Internet mit viel Geduld, aber wer warten kann....

 

Zweite Maßnahme: Original Mähwerk gesucht gefunden und angebaut.

Das sind schon die Spatengreifer dran, aber das war die dritte Maßnahme

Dritte Maßnahme: Klappgreifer oder Spatengreifer

Keine Chance welche zu finden. Also bleibt nur eigener Nachbau.

Ergebnis gefällt mir, aber viel Arbeit!! Nicht lackiert sondern gealtert.

Ich wollte die auch nicht am inneren Mutternkreis anbringen, sondern aussen wo die Felgen mit den 8 Schrauben zusammengeschraubt sind. Viel weniger Drehmoment auf die Muttern aussen wie innen.

Damit können die Räder gewechselt werden, ohne die Spatengreifer abzunehmen.

Fertiges Ergebnis:

 

Vierte Massnahme: eine fest angebaute Seilwinde die gut passt, bzgl der Zapfwellenposition. Lange gesucht und eine Schlang und Reichart LW 2/R

gefunden. Und da ist der Zapfwelleneingang links oben.

Da ich die Winde so nah wie möglich an das Getriebe anbauen wollte, mußte ich den unteren Zapfwellestummel so kürzen, dass der Deckel nicht weiter herausstand als das Lager der Zapfwelle oben.

War auch etwas aufwändig, um die Bohrungen der Zwischenplatte an die Winde und das Getriebe genau zu setzen. Keine zusätzlichen Bohrungen am Getriebe.

Aber ich denke die passt echt super, auch weil die Ackerschiene bleiben kann.

 

Fünfte Maßnahme: Pflüge speziell für Allgaier mit Handaushebung. Seltenes Glück gehabt, dass die einer abgegeben hat. daher gefunden und angebaut und passt.

Sechste Maßnahme: Original Narr Pumpe. Gesucht und bei Michael Blechschmidt gefunden. Eingebaut und passt. Der hat echt super viele Teile für den Verdampfer. Da wird jeder fündig, auch für Raritäten, siehe später!

Siebte Maßnahme: Ziegler Feuerwehr Wasserpumpe die von Allgaier auch als Zubehör angeboten wurde. Die zu kaufen ist nahezu unmöglich. Habe nur Bilder einer einzigen gefunden. Dadurch habe ich rausgefunden, dass dies eine Ziegler TS4/4 ist, die als einzige die Besonderheit mit einem Getriebe hat, das die Drehzahl des Pumpenrades hochsetzt. Damit kommt man mit 1200U/min Allgaierdrehzahlvom Schwungrad Schwungrad auf 3600U/min Pumpendrehzahl mit den entsprechenden Keilriemenscheiben.

Also TS4/4 gesucht und gefunden, mit einem Zweitaktmotor. Also gekauft und vom Zweitaktmotor auf Keiriemenscheibe mit Zwischenwelle umgebaut. Dann noch an den Halter für das Mähwerk adaptiert und schon fertig. Sehr viel Arbeit, aber bin auch mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

 

Das ist die originale Pumpe mit dem originalen Allgaier Pumpenhalter. 

Und das ist das Ergebnis mit der TS4/4

 

Aber jetzt fehlt noch die originale Fliehkraft Keilriemenscheibe die ja auch fast unmöglich zu bekommen ist. Aber ratet mal woher? Genau, Michael Blechschmidt hatte noch eine liegen und mir freundlicherweise überlassen.

 

Achte Maßnahme: Differentialsperre hat gefehlt. Aber der Hebel aussen war vorhanden. Habe das entdeckt beim der Getriebeölkontrolle mit offenem Getriebedeckel.

Aber das merkt ja niemand, wenn man nicht im Gelände mal stecken bleiben würde.

Aber nachrüsten war kein Problem Dank Michael Blechschmidt.

Neunte Maßnahme: Bergstütze für die Seilwinde aber unter Berücksichtigung der Ackerschiene für die Pflüge.

Da bin ich noch dran. Wenn die fertig ist werde ich die Bilder einstellen.

Erste Idee mit Halter für die Bergstütze zum abnehmen. Die abgeknickten Streben sind notwendig da, die originale Bergstütze nur ohne die Ackerschiene angebaut wurde. Aber mit der originalen Bergstütze incl. der Ackerschiene wäre keine Bodenfreiheit vorhanden.

 

Also soweit alles Prima, oder?

 

Aber mittlerweile ist es Winter und  in meiner Halle kalt geworden, so um die 0° 

 

Allgaier gestartet mit Zündhut, und sofort gezündet, aber nicht hochgelaufen sondern nach ca, 20 U/min ausgegangen. Hm was ist das denn?

Zweiter Zündhut, zündet sofort, aber läuft wieder nicht hoch, und wieder nach 20 Umdrehungen ausgegangen.

Mit dem dritten Zündhut hochgelaufen. Ursache ??? Fakt, da stimmt was nicht!

 

Also suchen, kann ja so nicht bleiben. Bin überzeugt, dass der Herr Gerken das nicht wußte.

 

Erste Maßnahme: Förderbeginn, 10° zu spät. Super also neuer Startversuch.

Gleiches Startproblem. Hm?

 

Zweite Maßnahme: Einspritzpumpe neues Element und neue Düse mit 100bar.

Gleiches Startproblem. Hm?

 

Dritte Maßnahme: Druckverlustmessung

Bei der Druckverlustmessung mit einem geeichten Meßgerät von Bosch, habe ich einen Druckverlust von 60% gemessen, Sauschlecht. Aber mit der Druckverlustmessung kann man leicht feststellen, wo der Druckverlust vorhanden ist. Bei mir Einlass und Auslassventil, Kolben, Büchse kein Druckverlust.

 

Also Zylinderkopf runter und Ventile neu und eingeschliffen. 

Dann Druckverlustmessung, 10% also Sahne.

Neustart und unglaublich, gleiches Startroblem. Hm? Aber jetzt echt Ratlos!

 

Was bleibt denn noch als Ursache? Ausser Steuerzeiten keine Idee mehr!

 

Vierte Maßnahme Steuerzeiten messen: Also Steuerzeiten kontrollieren durch Hubmessung am Einlass,- und Auslassventil mit 0,3mm Spiel.

EA 59°v.OT;  ES 59°n.UT

AÖ 59°v.UT  AS 19° n.OT

 

Also gemessen Einspritznocke, Hubverlauf perfekt

Dann Einlassnocken, ja was ist das denn? Der Nocken öffnet schon ab 100° v.OT und sollte ja 19.v.OT öffnen. Jetzt ist mir auch klar, warum aus dem Ansaugkanal immer eine kleine Rauchwolke kam. Das Ventil ist schon wenn auch wenig geöffnet, während der Kolben das verbrannte Gemisch in den Auspuff schieben soll. Schiebt aber dann auch etwas Abgas in den Ansaugkanal. Und dieses verbrannte Abgas wird dann wieder angesaugt. Bedeutet Schwarzrauch, da Sauerstoff fehlt.

 

Dann noch den Auslassnocken gemessen, und der ist wieder perfekt. Also scheidet eine krumme Nockenwelle aus.

Das bedeutet ich brauche eine neue Nockenwelle, aber das ist die alte Ausführung mit dem geschraubten Einspritznocken. Aber nirgends eine gefunden.

Dann habe ich in den hohen Tauern in Österreich einen R22 Motor gefunden der ja die baugleiche NW drin hat. Also hingefahren und gekauft.

Risiko ob die Nockenwelle i.O. ist, aber einzige Chance.

Also Nockenwelle im Österreichmotor gemessen:

Und die NW ist genau wie es sein soll. Perfekt!

 

Also Nockenwelle aus dem Österreichmotor in meinen R22 eingebaut,

bei 10°C ohne Vorglühen sofort angesprungen und sofort hochgelaufen!!

Sahne. Juhu endlich Fehlerursache gefunden.

 

Jetzt noch ein Video aber noch ohne Bergstütze.

Mit der Österreich Nockenwelle.

Es war zermürbend, spannend, aber wieder was gelernt und zufrieden.

Ich konnte aber weder optisch noch mit der Schieblehre den Schleiffehler erkennen, da es ja nur um zehntel mm geht.

Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit war die Nockenwelle ab Werk verbaut.

Falls jemand einen R22 hat, der bei kalten Temperaturen das gleiche Verhalten hat, bitte melden. Könnte ja sein, dass da eine kleine Serie falsch war.

Kann man aber leicht rausmessen.

 

 

Und das sind die zwei Nockenwellen, aber optisch kein Unterschied zu erkennen.

Mußte die defekte kennzeichnen, da sonst keine Chance zu erkennen, welches die defekte ist.